Referenzen / Case Studies
Störungsbedingte Sprengreinigung – Kritischer Unterdruckanstieg in einer Müllverbrennungsanlage
Wie DCS DetoClean Solutions innerhalb von wenigen Stunden nach Meldung einer drohenden Notabschaltung reagierte und den Kessel per Sprengreinigung wieder in den sicheren Betriebsbereich brachte.
Reaktionszeit bis vor Ort
Unterdruck vor Maßnahme
Unterdruck nach Maßnahme
Ausgangslage
Der Kunde – eine Müllverbrennungsanlage mit mehreren Verbrennungslinien im deutschsprachigen Raum, deren Name aus Datenschutz- und Vertraulichkeitsgründen in dieser Case Study nicht genannt wird – betreibt seine Kessellinien mit den anlagentypischen Parametern moderner Abfallverbrennung: Dampferzeugung bei rund 40 bar und ca. 400 °C, Verbrennung des Abfalls im Feuerraum bei ca. 1.000 °C. Wie bei allen thermischen Verwertungsanlagen bilden sich im Kessel- und Konvektionsbereich durch die Rauchgasführung kontinuierlich Anbackungen und Verkrustungen, die hier im Regelbetrieb über Rußbläser abgereinigt werden.
An der betroffenen Verbrennungslinie fiel jedoch der zuständige Rußbläser aus – mit unmittelbaren Folgen für den Anlagenbetrieb.
Störung durch Unterdruckanstieg
Der Kunde meldete DCS DetoClean Solutions an einem Donnerstag eine akute Störung: Der Unterdruck am Kesselende – also der Strömungswiderstand, den der Saugzug über den Konvektionsteil überwinden muss – war innerhalb von nur drei Tagen von 10 mbar auf 18 mbar angestiegen. Bei Erreichen von 19 mbar hätte die Anlagensteuerung eine automatische Notabschaltung der Linie ausgelöst – mit entsprechendem Produktionsausfall und wirtschaftlichem Schaden für den Betreiber.
Ursache des Druckanstiegs waren massive Rückstände im Konvektionsteil, die durch den Ausfall des Rußbläsers nicht mehr planmäßig abgereinigt werden konnten. Die beigefügten Aufnahmen aus dem Kessel zeigen das Ausmaß der Anbackungen zum Zeitpunkt der Erstbegehung.

Abb. 1: Bestandsaufnahme vor Ort – Sichtprüfung der Anbackungen zwischen 2 Überhitzerpaketen.

Abb. 2: Blick in den Kesselzug – massive Anbackungen an dem Bündel, erste Rohre werden nach einigen Sprengladungen wieder sichtbar.
Ursache identifiziert
Bei der Sichtprüfung des Rohrbündels im Konvektionsteil konnte die Ursache der Störung schnell bestätigt werden: Die Aufnahme zeigt den defekten Rußbläser. Da die Abreinigung an dieser Stelle nicht mehr planmäßig erfolgte, konnten sich die Anbackungen ungehindert aufbauen und den beschriebenen Unterdruckanstieg verursachen. Die schnelle Ursachenklärung vor Ort ermöglichte es, die Reinigung gezielt auf den betroffenen Bereich auszurichten und bereits parallel hierzu die Reparatur des Rußbläsers einzuplanen.

Abb. 3: Blick in den Konvektionsteil, hier der defekte Rußbläser als identifizierte Störungsursache.
Reaktion und Vorgehen
● Donnerstag 6:15 Uhr: Störungsmeldung durch den Kunden
● Umgehende Disposition des Einsatzteams
● Ankunft vor Ort am selben Tag um 12:00 Uhr
● Bestandsaufnahme und Freigabe der betroffenen Linie für die Sprengreinigung
Nach der Auswertung der Anlagenparameter und dem visuellen Bild durch den Einsatz der Hochtemperaturkamera führte das DCS-Team die Sprengreinigung des Kessels in 2,5 Schichten durch. Die kontrollierten Detonationen lösten die massiven, festsitzenden Anbackungen von den Rohrbündeln im Konvektionsteil, ohne die Anlagensubstanz zu beschädigen – ein entscheidender Vorteil gegenüber mechanischen Verfahren, welche zudem eine vollständige Abschaltung der Linie vorausgesetzt hätte. Durch die Sprengreinigung konnte die Anlagenleistung bereits mit fortschreitender Reinigung sukzessive wieder hochgefahren werden.
Anlagenverfügbarkeit während der Online Reinigung
Die durch die Sprengreinigung gelösten Anbackungen fallen als grobstückiges Material in den Kessel- bzw. Trichterbereich. Während des Abreinigungsprozesses konnte die Leistung der Anlage sukzessive angehoben werden – bereits am Donnerstagabend lief die Anlage wieder mit 100 % ihrer Leistung.
Ergebnis
Bereits am Samstag – nach 2,5 Schichten Sprengreinigung – konnte der Unterdruck am Kesselende von kritischen 18 mbar auf 8 mbar reduziert werden. Die drohende Notabschaltung wurde damit sicher abgewendet, die Anlage blieb durchgehend im Betrieb.
Nächste Schritte beim Kunden
Um die Ursache dauerhaft zu beheben, plante der Kunde, während die Sprengreinigung noch lief, bereits die Demontage und Reparatur des defekten Rußbläsers. Im Anschluss ist eine weitere Sprengreinigung der verschmutzten Bereiche vorgesehen, um die Anlage vollständig zu reinigen und einen stabilen Unterdruckbereich für den weiteren Regelbetrieb sicherzustellen.
Warum Sprengreinigung
● Sehr kurze Reaktions- und Durchführungszeit im Störfall – entscheidend, wenn eine Notabschaltung droht
● Wirksame Ablösung auch stark verhärteter, mehrschichtiger Anbackungen
● Durchführung der Reinigung – ohne Stillstand


